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	<title>www.soziologiemagazin.de</title>
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	<description>Ein Soziologiemagazin für Studierende und Absolvent_innen</description>
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		<title>Call for Topics: Studentischer Soziologiekongress 2013</title>
		<link>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/15/call-for-topics-studentischer-soziologiekongress-2013/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 15:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>AK Soziologie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Call4Papers]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bamberg]]></category>
		<category><![CDATA[Call for Topics]]></category>
		<category><![CDATA[SSK Bamberg 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Studentischer Soziologiekongress]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Studentinnen und Studenten, wie schon allgemein bekannt, wird der 4. Studentische Soziologiekongress 2013 in Bamberg stattfinden. Wir vom AK Soziologie wollen hier eine Austauschplattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie neue Einsichten in das Fach der Soziologie bieten. Im Moment &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/15/call-for-topics-studentischer-soziologiekongress-2013/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Liebe Studentinnen und Studenten,</p>
<p>wie schon allgemein bekannt, wird der 4. Studentische Soziologiekongress 2013 in Bamberg stattfinden. Wir vom AK Soziologie wollen hier eine Austauschplattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie neue Einsichten in das Fach der Soziologie bieten.</p>
<p>Im Moment sind wir mit der Themenfindung beschäftigt und genau hier brauchen wir eure Hilfe, denn es handelt sich um einen studentischen Soziologiekongress, darum sollt ihr bestimmen mit welchem (Ober-)Thema er sich beschäftigen wird.</p>
<p>Jeder ist hiermit aufgerufen entsprechende Themenvorschläge für unser Motto bis zum 31.05. an <a title="Her mit den Ideen!" href="mailto:info@ak-soziologie.de">info@ak-soziologie.de</a> zu schicken oder hier einen Kommentar zu hinterlassen.</p>
<p>Wir sind gespannt auf viele interessante und kreative Ideen!</p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Call4Paper &#8220;Konzentration des Kapitals und Perspektiven kapitalistischer Entwicklung&#8221; &#8211; PROKLA Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 10:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Nuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Call4Papers]]></category>
		<category><![CDATA[call for papers]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzsoziologie]]></category>
		<category><![CDATA[marktwirtschaftliches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftssoziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ersten Band des Kapital konstatierte Marx die Tendenz einer &#8221;Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale&#8221;. Lapidar hielt er fest: &#8220;Je ein Kapitalist schlägt viele tot.&#8221; Doch hatte Marx nicht &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/15/call-for-paper/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Im ersten Band des Kapital konstatierte Marx die Tendenz einer &#8221;Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale&#8221;. Lapidar hielt er fest: &#8220;Je ein Kapitalist schlägt viele tot.&#8221; Doch hatte Marx nicht nur solche Zusammenballungen im Blick, sondern auch „die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale&#8221; (MEW 23: 654, 790). Unschwer lässt sich in dieser rund 150 Jahre alten Beschreibung ein plastisches Bild der Gegenwart erkennen, auch wenn sich die Terminologie heutzutage etwas anders anhört.</p>
<p style="text-align: justify;">Als die PROKLA vor 14 Jahren ein Heft zu Konzentration herausbrachte (Nr.  113/1998), stand die Fusion von Daimler und Chrysler an, vom damaligen  Daimler-Chef Schrempp euphorisch als “Hochzeit, die im Himmel geschlossen  wird” angekündigt. Neun Jahre später resümierte die Süddeutsche Zeitung, es  habe sich wohl eher um eine “Hochzeit des Grauens” gehandelt, die Daimler  ca. 40 Mrd. Euro gekostet hat. Manager- und Beraterkreise zogen aus diesem  Debakel den Schluss, dass insbesondere die Unternehmenskulturen zusammen  passen müssten: für Unternehmensberater entwickelte sich in der Folge ein  stetig wachsendes und höchst lukratives Betätigungsfeld. Für viele  Arbeitskräfte stellen sich Fragen der Unternehmenskulturen aber gar nicht<br />
mehr, liegt doch der immer wieder verkündete tiefere Sinn derartiger  Fusionen in “Synergieeffekten”, was für viele Beschäftigte den Verlust des  Arbeitsplatzes (für die anderen mehr und intensivere Arbeit) bedeutet. Auch  für die Unternehmen selbst enden sie oftmals, wie im Fall DaimlerChrysler,  als Desaster. Dennoch ist weder in der politischen Diskussion noch im  akademischen Mainstream grundsätzliche Kritik an dieser Entwicklung zu  vernehmen, sie gelten als alternativlos. Auch viele marxistische Beiträge  sehen eine ungebrochene Tendenz zur „Monopolisierung“ kapitalistischer<br />
Wirtschaft.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings hat die Konzentration nicht in allen Branchen gleichermaßen  zugenommen, in einigen dafür besonders deutlich, so etwa im Einzelhandel,  bei Finanzdienstleistungen der im IT-Bereich. Die Finanzkrise hat die  Machtposition einer stark konzentrierten Branche deutlich gemacht, für die “Too big to fail” – geändert wurde daran gleichwohl nichts. Zwar  gehört die “Deutschland AG” der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik der<br />
Vergangenheit an, u.a. wegen eines Gesetzes der rot-grünen Regierung von  2000, das den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen steuerfrei stellte. Doch  sind mittlerweile andere Unternehmen wie Private Equity Firms oder Hedge  Fonds auf den Plan getreten, deren Geschäftsmodell aus dem Kaufen und  Verkaufen von Unternehmen besteht, so dass die Verflechtungen neue Formen  annehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Parallel zu diesen Entwicklungen hat sich der politische Diskurs in der  Bundesrepublik bei den großen Parteien, insbesondere bei den Konservativen,  deutlich verändert. Während Ordo-Liberale früher vor den Folgen zu großer  wirtschaftlicher Macht warnten und strenge staatliche Kontrollen forderten,  haben Wirtschaftsfreunde aller Couleur inzwischen ihren Frieden mit den  großen Konzernen geschlossen. “Macht” wird als Problem nur noch bei  staatlichen Monopolen diagnostiziert, die es – wie bei Post und Bahn – zu  zerschlagen und zu privatisieren gilt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig sind in Schwellenländern Newcomer entstanden, die dort  innerhalb weniger Jahre Größenordnungen erreichten, wie man sie in Europa  und selbst in den USA bisher kaum kannte. Der 1974 gegründete taiwanesische  Elektronikkonzern Foxconn etwa beschäftigt 1,2 Mill. Menschen (im Vergleich  dazu: Siemens weltweit 400.000). Noch vor einem Jahrzehnt wäre es auch kaum  vorstellbar gewesen, dass Konzerne aus einem früheren Kolonialland  Unternehmen des früheren Kolonialherren aufkaufen, so die indische Tata  Motors 2008 die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die hier nur skizzierten Entwicklungen sollen in dem geplanten Heft  eingehender untersucht werden, um zu fragen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>-</strong> Welche Formen nehmen die von Marx beschriebenen Tendenzen der   Konzentration     und Zentralisation des Kapitals einerseits und der Aufspaltung  und Neubildung von Kapitalen andererseits heute an? Welche neuen Formen der  industriellen Organisation gehen damit einher? Welche Rolle spielen  Diversifikation, vertikale Integration und Desintegration, Outsourcing und  die Bildung von Produktionsnetzwerken im Vergleich zu früheren  fordistischen, vertikal integrierten und diversifizierten Konzernen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>- </strong>Wie haben sich die Beziehungen zwischen Industrieunternehmen und  Finanzsektor verändert? Sind die Sektoren überhaupt noch so deutlich wie  früher voneinander zu unterscheiden? Welche Rolle spielen Banken,  Investmentfonds, Hedge Fonds und Private Equity-Fonds bei der  Restrukturierung der Produktion? Aber auch Pensionsfonds und Versicherungen,  die die Ersparnisse der Lohnabhängigen verwalten, sind zu bedeutenden<br />
Eigentümergruppen geworden. Welche Perspektiven ergeben sich daraus für die  langfristige Entwicklung und die Überwindung des Kapitalismus? Wie tragfähig<br />
ist der Begriff des Finanzkapitals von Hilferding und Lenin da noch?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>- </strong>Wie verbinden sich die Konzentration und Zentralisation mit der  Internationalisierung des Kapitals? Inwieweit haben wir es heute mit  nationalem oder bereits mit transnationalem Kapital zu tun? Welche  Veränderungen ergeben sich durch den Aufstieg neuer nationaler Akteure wie  China oder Indien und der in ihnen beheimateten privaten oder staatlichen  Konzerne?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>- </strong>Welche gesellschaftlichen Gruppen sind im einzelnen die Nutznießer,  welche die Geschädigten der neuen Fusionstendenzen? Welche Chancen haben die  Beschäftigten und die Gewerkschaften, den Zusammenschlüssen oder der  Aufspaltung von Unternehmen etwas entgegen zu setzen? Welche Möglichkeiten  liegen im Zusammenspiel von NGOs und kritischer Öffentlichkeit, wenn es um  den rücksichtslosen Umgang mit Beschäftigten, Lieferanten, Umwelt oder  Konsumenten geht?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>- </strong>Wie verhält sich die staatliche Politik auf nationaler und  übernationaler Ebene angesichts der globalen Konkurrenz? Ist sie darauf  reduziert die „eigenen“ Unternehmen “international wettbewerbsfähig” zu  machen? Gibt es Ansatzpunkte für alternative, auf stärkere Kontrolle der  Unternehmen zielende Konzepte?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>- </strong>Wie sind ältere Monopol- und Imperialismustheorien im Lichte der  jüngeren empirischen Entwicklungen zu beurteilen? Gibt es neuere  theoretische Ansätze, mit denen die beschriebenen Veränderungen erfasst  werden können?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>-</strong> Welche Bedeutung haben diese Entwicklungen für die Periodisierung  des Kapitalismus? Inwieweit ist es sinnvoll, Stadien und Phasen  kapitalistischer Entwicklung auf der Basis von Veränderungen der  Eigentumsverhältnisse und der Formen der Konkurrenz zu unterscheiden? Gibt  es andere Möglichkeiten der Periodisierung kapitalistischer Entwicklung?</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 25. Mai  2012 ein. Die fertigen Beiträge für das Heft müssen bis zum 25. September  vorliegen. Sie sollten einen Umfang von 50.000 Zeichen (inklusive  Leerzeichen, Fußnoten, Literaturverzeichnis) nicht überschreiten.</p>
<p> <strong>Zusendungen bitte als doc- oder rtf-Datei an:</strong></p>
<p>Dorothea Schmidt,  <a href="mailto:schmidt@prokla.de">schmidt@prokla.de</a>, und an <a href="mailto:redaktion@prokla.de">redaktion@prokla.de</a></p>
<p style="text-align: left;">
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		<item>
		<title>Call for Papers: 9. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie (NGU)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 12:59:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bernd Sommer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Call4Papers]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropozän]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltsoziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gesellschaft im Anthropozän – Soziale Triebkräfte und Implikationen 17. und 18. September 2012, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI) Der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen hat 2002 den Vorschlag gemacht, die industrielle Gegenwart, in der das kollektive Ausmaß menschlicher Aktivitäten zur dominierenden planetaren &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/14/call-for-papers-9-tagung-der-nachwuchsgruppe-umweltsoziologie-ngu/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesellschaft im Anthropozän – Soziale Triebkräfte und Implikationen<br />
17. und 18. September 2012, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)</p>
<p>Der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen hat 2002 den Vorschlag gemacht, die industrielle Gegenwart, in der das kollektive Ausmaß menschlicher Aktivitäten zur dominierenden planetaren Kraft avanciert ist, als neue erdgeschichtliche Epoche anzusehen: das „Anthropozän“. Im Rahmen der 9. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie (NGU) wollen wir uns mit den sozialen Dynamiken beschäftigen, die der Herausbildung des neuen Erdzeitalters des Menschen zugrunde liegen. Denn hinter dieser Entwicklung stehen nicht „der Anthropos“ bzw. die menschliche Gattung als solche, sondern bestimmte Modi der Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung. Bei einigen Aspekten des sozialen Wandels sind die ökologischen Folgen offenkundig, so bei Globalisierungsprozessen oder der Herausbildung des sogenannten Konsumismus. Bei anderen Entwicklungen moderner Gegenwartsgesellschaften sind die ökologischen Auswirkungen weniger unmittelbar und augenfällig, wie z.B. bei Individualisierungs-, Flexibilisierungs- und Beschleunigungsprozessen oder der Zunahme sozialer Ungleichheit. Die komplexen Interaktionen zwischen sozialen und den weiteren erdsystemischen Trends sollen während der Tagung genauer beleuchtet werden.</p>
<p>Der Begriff des Anthropozäns beschreibt auch den kognitiven Wandel einer menschlichen Zivilisation, die sich ihrer Bedeutung als geologische Kraft zunehmend bewusst wird. Mit dem Anthropozän beginnt damit eine neue Ära der Reflexion über Verantwortung sowie der Versuch, gesellschaftliche Veränderungsprozesse am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Ausgehend von der Analyse der Triebkräfte des Anthropozäns stellt sich die Frage, wo soziale Transformationsbemühungen ansetzen sollten und wie solche Wandlungsprozesse induziert werden können.<br />
Zentrale Gegenstände der 9. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie sind damit zwei Themenfelder: (1.) Was sind die sozialen Triebkräfte des Anthropozäns und (2.) welche Implikationen ergeben sich daraus für das Handeln individueller und kollektiver Akteure sowie für die gesellschaftliche Entwicklung?<br />
Entlang dieser Leitfragen lassen sich eine Vielzahl von Fragestellungen und Themenfelder diskutieren:</p>
<p>I. Perspektiven auf das Verhältnis Mensch-Umwelt bzw. Gesellschaft/Kultur-Natur:<br />
- Menschen interagieren seit jeher in vielfältiger Weise mit der außermenschlichen Natur, bearbeiten und bewirtschaften diese, nutzen sie als Ressourcenquelle, Abfallhalde oder Bezugspunkt kultureller Identität. Worin bestehen die qualitativen Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Naturverhältnissen im Anthropozän gegenüber früheren Epochen und in welchen zeitlichen Dimensionen hat sich dieser Wandel vollzogen?<br />
- Welcher theoretische Erkenntnisgewinn ist von alternativen Sichtweisen auf gesellschaftliche Naturverhältnisse zu erwarten? Existieren im interkulturellen Vergleich alternative Weltbilder,<br />
jenseits des Natur-Kultur-Dualismus, aus denen sich Anknüpfungspunkte für die Transformationsbestrebungen ergeben?</p>
<p>II. „Natürliche Grenzen“ als Gegenstand der Soziologie<br />
- In der aktuellen Debatte um Wohlstandssicherung und ökologische Verantwortung werden die „natürlichen Grenzen“ menschlicher Entwicklung nicht mehr im malthusianischen Sinne als unveränderbar, sondern primär als sozial vermittelt konzeptualisiert. Es ist folglich Aufgabe der Soziologie, die gesellschaftlichen Phänomene und Verteilungsmechanismen zu identifizieren, welche den Klimawandel und andere ökologische Krisen verursachen bzw. verschärfen. Wie wirken sich arbeitsweltliche oder sozialstrukturelle Veränderungen – wie zunehmende soziale Ungleichheit und längere Arbeitszeiten – auf den Ressourcenverbrauch der Menschen in den Industrienationen aus?<br />
- Wie lassen sich die im Rahmen der Debatte um eine nachhaltige Entwicklung formulierten Forderungen nach einem suffizienten Lebensstil und einem verringerten Wirtschaftswachstum (Postwachstumsmodelle) mit der Wohlstandssicherung aller Bevölkerungsteile verbinden?</p>
<p>III. Ökologischer Zeitgeist im Anthropozän: Alltagsbilder und Normalitätsvorstellungen<br />
- Das Umweltbewusstsein der Menschen ist in den vergangen Jahrzehnten gestiegen, „grüne“ Politiken und Produkte liegen im Trend; dies schlägt sich bislang aber kaum in einem verminderten ökologischen Fußabdruck nieder. Welche Potenziale bietet der „ökologische Zeitgeist“ dennoch für die Verbreitung nachhaltiger Lebensstile? Und gibt es auch Gefahren, die in der diskursiven Bearbeitung der ökologischen Krise liegen?<br />
- Umweltdebatten und -wissen: Wie und mit welchen Folgen werden verschiedene ökologische Krisen – wie Waldsterben, Ozonloch oder Klimawandel – gesellschaftlich thematisiert? Welche Rolle spielen die Medien bei der Kommunikation und Meinungsbildung über Umweltprobleme? Und inwieweit können Prozesse der Umweltbildung zu einem Verständnis über natürliche Abläufe und zu umweltbewusstem Verhalten beitragen?</p>
<p>IV. Gesellschaftliche Verantwortung und politischer Prozess<br />
- Welche Rolle spielen kulturelle und religiöse Motivationen sowohl für das Entstehen als auch für die Verbreitung innovativer Projekte und Initiativen für die Bewältigung der ökologischen Krisen?<br />
- Welche Formen der Governance und politischen Institutionen sind für das Anthropozän zeitgemäß? Und inwiefern können diese in Interdependenz mit den oben genannten Projekten und Initiativen einen Beitrag für eine soziale Transformation leisten?</p>
<p>Verfahren:<br />
Einreichung der Abstracts (ca. 400 Wörter) für Vorträge oder Posterpräsentationen bitte bis zum 29. Juni 2012 per Mail an marie.sultan@kwi-nrw.de. Die Rückmeldung über die Annahme erfolgt bis zum 31. Juli 2012. Anschließend bitten wir um die Einreichung des Full Paper (max. 5000 Wörter) bis zum 1. September 2012. Möglichkeiten zur Veröffentlichung der Beiträge in einem</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Call4Papers für die Zeitschrift Behemoth: „Kriminelle Organisationen zwischen illegalen Märkten und politischer Gewalt&#8221;</title>
		<link>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/13/kriminelle-organisationen/</link>
		<comments>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/13/kriminelle-organisationen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 May 2012 08:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Paul</dc:creator>
				<category><![CDATA[Call4Papers]]></category>
		<category><![CDATA[illegale Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Konkurrenz]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminelle Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[politische Gewalt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeitschrift Behemoth (www.behemoth-journal.de; peer-reviewed) widmet sich Fragen, Problemen und Aspekten dysfunktionaler Staatlichkeit, ohne daß diese selbst ausdrücklich Thema sein müßte. Dysfunktionale Staatlichkeit beinhaltet vielmehr auch all jene vorder-gründig nicht-politischen Phänomene, welche Verstaatlichung be- oder verhindern bzw. Staatlichkeit als Verfassung &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/13/kriminelle-organisationen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Zeitschrift Behemoth (<a href="http://www.behemoth-journal.de">www.behemoth-journal.de</a>; peer-reviewed) widmet sich Fragen, Problemen und Aspekten dysfunktionaler Staatlichkeit, ohne daß diese selbst ausdrücklich Thema sein müßte. Dysfunktionale Staatlichkeit beinhaltet vielmehr auch all jene vorder-gründig nicht-politischen Phänomene, welche Verstaatlichung be- oder verhindern bzw. Staatlichkeit als Verfassung oder Zustand bedrohen, bestreiten und auflösen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Thema des geplanten Heftes sind kriminelle Organisationen. Die Leitidee lautet, daß diese empirisch wie konzeptionell sinnvoll zwischen illegalen Märkten und politischer Gewalt verortet werden können.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mit illegalen Märkten sind kriminelle Organisationen insofern verbunden, als daß sie wirtschaftliche oder monetäre Ziele verfolgen und dabei aufgrund entweder der von ihnen produzierten oder bereitgestellten Waren und Dienstleistungen oder aufgrund der von ihnen gebrauchten oder gewählten Vertriebswege und –formen ohne oder gar gegen den Staat und sein Recht operieren und sich für diese illegale(n) Operation(en) die Vorteile nicht nur, aber eben auch formaler Organisation zunutze machen. (Tatsächlich umfaßt die organisierte Kriminalität ein ganzes Spektrum von Assoziationsformen von der ephemeren Einbrecherbande über die dauerhafte Gang bis hin zum streng gegliederten Verbrechersyndikat.)</p>
<p style="text-align: justify;">Mit politischer Gewalt hingegen sind kriminelle Organisationen insofern verknüpft, als daß sie als mehr oder weniger organisierte Gegenspieler oder gar Konkurrenten des (modernen) Staates die von diesem gesatzte oder wenigstens postulierte Rechts- und Werteordnung – und sei es aus rein wirtschaftlichen Motiven oder Gründen des bloßen Selbsterhalts – immer auch herausfordern. Gewalt wird von kriminellen Organisationen zunächst ihrer Kundschaft oder kriminellen Wettbewerbern gegenüber angedroht und eingesetzt, ebenso zur Abwehr staatlicher Strafverfolgung mobilisiert und schließlich (wie auf Schutz- und insbesondere Gewaltmärkten) möglicherweise selbst gehandelt. Spätestens in diesem Fall – im Grunde jedoch schon dann, wenn, wie regelmäßig zu beobachten, territoriale Monopole für illegale Güter angestrebt werden – wird die Gewalt krimineller Organisationen zu politischer Gewalt, da das staatliche Gewaltmonopol selbst (u.U. buchstäblich) unter Beschuß gerät.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist klar, daß nicht jede Aktivität auf illegalen Märkten kriminelle Organisationen verlangt und ebenso daß nicht jede kriminelle Organisation ausdrücklich zu politischer Gewalt greift. Gleichwohl scheint der Organisation von Kriminalität – und zwar schon im Sinne einer irgendwie koordinierten Aktivität und erst recht in Gestalt einer besonderen Assoziation – eine Art Drift eingeschrieben, welche ihr Handeln unweigerlich politisiert. Umgekehrt gilt, daß alle nicht-staatlichen politischen Gewaltorganisationen wie Terrorbanden, Milizen oder bewaffnete Selbstverteidigungsgruppen unweigerlich in illegale wirtschaftliche Aktivitäten verstrickt sind und mehr noch im Verlauf ihres Bestehens nicht selten wirtschaftliche über vermeintlich oder tatsächlich primäre politische oder sozialmoralische Motive triumphieren.</p>
<p style="text-align: justify;">In den Beiträgen thematisiert werden sollen eben derartige Transformationsprozesse „einer“ ökonomischen in „eine“ politische Logik, Konversionen von kriminellen Wirtschafts- in kriminell-politische Verbände und vice versa. Im Fokus stehen können (illegale) Marktvorgänge, Organisationsfragen oder politische Konflikte. Wünschenswert wären u.a. Studien, die das Thema aus einer historischen und/oder nicht-westlichen Perspektive beleuchten, um den Blick nicht allein für rechtsstaatliche und modernisierungstheoretische Dysfunktionalitäten, sondern umgekehrt für eventuelle Absonderlichkeiten des westlichen Entwicklungspfades zu schärfen. Denkbar wären in dieser Hinsicht Beiträge bspw. über die mexikanischen Drogenkartelle, über die Mafia und die Oligarchen Rußlands, zur Piraterie in Somalia, zum in vielen Ländern des globalen Südens weitverbreiteten Vigilantismus oder über das neue (globale) Söldner(un)wesen. Theoretische oder disziplinäre Vorgaben gibt es keine. Im Gegenteil, neue Einsichten dürften sich gerade dann und dadurch ergeben, das Phänomen kriminelle Organisation im Spannungsfeld von illegalen Märkten und politischer Gewalt aus Warte unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Paradigmen und Fächer zu beleuchten. Plädoyers für eine bestimmte theoretische, aus Gründen des Gegenstands oder der Theorie selbst privilegierte Perspektive sind gleichwohl willkommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mögliche Leitfragen der Beiträge könnten sein:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">• Wie gestaltet sich das Verhältnis von kriminellen Organisationen und „Oberwelt“, sei es dem Staat, sei es legalen Märkten?</p>
<p style="text-align: justify;">• Unter welchen Bedingungen transformieren sich kriminelle Organisationen in illegale politische Gruppen?</p>
<p style="text-align: justify;">• Unter welchen Bedingungen greifen kriminelle Organisationen zur Ausübung physischer Gewalt? Welche Probleme löst, welche erzeugt diese Gewalt?</p>
<p style="text-align: justify;">• Ist Korruption ein funktionales Äquivalent für politische Gewalt?</p>
<p style="text-align: justify;">• Welche Fälle für illegale, aber nicht illegitime Organisationen gibt es? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Staat?</p>
<p style="text-align: justify;">• In welchem Verhältnis stehen illegale zu Gewaltmärkten?</p>
<p style="text-align: justify;">• Inwieweit ist es möglich und sinnvoll, kriminelle Organisationen als (Wirtschafts )Unternehmen zu konzipieren?</p>
<p style="text-align: justify;">• Auf welche Probleme und Herausforderungen sind die Aggregatformen und  strukturen krimineller Organisationen bezogen?</p>
<p style="text-align: justify;">• Lassen sich kriminelle Organisationen in Hinblick auf die Motivation ihrer Mitglieder unterscheiden?</p>
<p style="text-align: justify;">• Welche Rolle spielt soziale Ungleichheit für die Entstehung und den Erhalt von kriminellen Organisationen?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Beiträge können wahlweise in deutscher oder englischer Sprache geschrieben werden und einen Umfang von bis zu 50.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) haben. Sie werden in anonymisierter Form von Fachkollegen begutachtet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> Zeitplan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bis 15.05.12: Einsendung von ein- bis max. zweiseitigen Abstracts.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis 01.06.12: Einladung, einen Aufsatz einzureichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis 01.10.12: Abgabe der Manuskripte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis 01.12.12: Benachrichtigung über Annahme, evtl. Überarbeitungsvorschläge bzw. Ablehnung der Manuskripte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis 15.01.13: Abgabe der ggf. überarbeiteten und den formalen Vorgaben der Redaktion an-gepaßten Manuskripte. April 2013: Erscheinen des Hefts.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kontakt und Korrespondenzanschrift</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Prof. Dr. Axel T. Paul</p>
<p style="text-align: justify;">Universität Basel, Seminar für Soziologie</p>
<p style="text-align: justify;">Petersgraben 27 CH-4051 Basel</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="mailto:axel.paul@unibas.ch">axel.paul@unibas.ch</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie individuell wollen wir wirklich sein?</title>
		<link>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/12/individualisierung/</link>
		<comments>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/12/individualisierung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 May 2012 09:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sina Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Simmel]]></category>
		<category><![CDATA[Homo Clausus]]></category>
		<category><![CDATA[Individualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachahmung]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Elias]]></category>

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		<description><![CDATA[In der soziologischen Theorie bedeutet Individualisierung eine Entwicklung hin zu einer modernen bürgerlichen Gesellschaft zu Zeiten der Industrialisierung (vgl. Simmel 1908: 791ff). Die Individuen lösen sich langsam aus den traditionalen dörflichen und familiären Gemeinschaften (vgl. Simmel 1908). Individualisierung bringt ein &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/12/individualisierung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In der soziologischen Theorie bedeutet Individualisierung eine Entwicklung hin zu einer modernen bürgerlichen Gesellschaft zu Zeiten der Industrialisierung (vgl. Simmel 1908: 791ff). Die Individuen lösen sich langsam aus den traditionalen dörflichen und familiären Gemeinschaften (vgl. Simmel 1908). Individualisierung bringt ein hohes Maß an Freiheit, Handlungsspielräumen, Emanzipation und Autonomie mit sich, doch die Kehrseite dieser augenscheinlich positiven Entwicklung sind ein hohes Maß an Selbstorganisation sowie Traditionen und Konventionen die ihren verpflichtenden Charakter verlieren. Vereinsamung und eine Massenkultur in der jeder dem anderen gleicht sind die Folge (vgl. Rosa/Strecker/Kottmann 2007:22). Das Gegenteil der Individualisierung ist Kollektivismus bei dem die individuellen Bedürfnisse der Gemeinschaft untergeordnet sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn dieses Essays werden die Theorien von Georg Simmel und Norbert Elias unter dem Aspekt des Individualisierungsprozesses nachvollzogen. Im zweiten Schritt wird dann ein Bezug zu den „sozialen Netzwerken“ als Beispiel herangezogen um die Spannbreite der modernen Individualisierung zu verdeutlichen. Außerdem wird die Frage aufgegriffen, wie viel Individualität in unserer menschlichen Natur liegt und ob es einen Zusammenhang zwischen Individualität und Nachahmung gibt, hier wird die Theorie von Georg Simmel als Grundlage dienen.</p>
<p style="text-align: justify;"> <strong>Der Zwang nach Individualität </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Wunsch nach Individualität und Einmaligkeit scheint in jedem Individuum verankert. Bewusst und unbewusst definieren wir unsere Identität, unsere Erscheinung anderen gegenüber. Als Zeichen von Freiheit und Unabhängigkeit definiert sich Individualität auf sehr unterschiedliche Art und Weise.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn wir uns heute in das Zentrum einer Stadt begeben oder durch das Internet surfen werden unsere Sinne mit Angeboten, perfekt und einmalig auf uns zugeschnitten, überflutet. Einzigartigkeit, sich von anderen abheben scheint die wichtigste Device in unserer Zeit. Individualität von Kopf bis Fuß soll das Ziel sein, selbst die Fingernägel sollen zum Image beitragen.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber Individualität scheint auch eine Art Mainstream zu sein: Chartrankings, Bestsellerlisten und Schaufenster sollen uns zeigen was man zu tragen, hören oder kaufen hat und die breite Masse folgt diesen Trends. Das Leben und Handeln wird der Persönlichkeit der Individuen „…einerseits unendlich leicht gemacht, indem Anregungen, Interessen, Ausfüllungen von Zeit und Bewusstsein sich ihr von allen Seiten anbieten und sie wie in einem Strome tragen, in dem es kaum noch eigener Schwimmbewegungen bedarf.“ (Simmel 1903: 40).  Ist unsere augenscheinliche Individualität nur eine Scheinindividualität in einer gleichgeschalteten Gesellschaft?</p>
<p style="text-align: justify;"> <strong>Mit Individualität gegen die Massenkultur</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Für Georg Simmel, der einer der ersten Kritiker der Massenkultur war, ist die Großstadt das Sinnbild der modernen Gesellschaft. Verstand, Sachlichkeit und eine gewisse Gleichgültigkeit sind charakteristisch für den modernen Großstädter. Dieser muss sich schnell und rational auf die sich rasch wechselnden Bedingungen der Umgebung, der &#8220;Bombardierung der Sinne“ (Frisby 1984: 36f), einstellen. Die zahlreichen, meist sehr kurzen sozialen Begegnungen zwingen einen dazu, &#8220;sich pointiert, zusammengedrängt, möglichst charakteristisch zu geben“ (Simmel  1984: 202). Das Individuum ist gezwungen spezielle Sonderarten auszubilden um in der Masse nicht unterzugehen. Blasiertheit, Reserviertheit und eine Art Aversion anderen gegenüber können als Selbstschutz, als Bedürfnis nach Selbsterhaltung bezeichnet werden in einer Umgebung in der man durch die vielen flüchtigen Begegnungen ein gewisses Misstrauen entwickelt. „Es gibt vielleicht keine seelische Erscheinung, die so unbedingt der Großstadt vorbehalten wäre, wie die Blasiertheit“ (Simmel 1903: 19). Diese Aversion anderen Individuen gegenüber Verändert unser Bewusstsein „Nicht mehr der »allgemeine Mensch« in jedem Einzelnen, sondern gerade qualitative Einzigkeit und Unverwechselbarkeit sind jetzt die Träger seines Wertes“ (Simmel 1903: 43).</p>
<p style="text-align: justify;">Eine überdurchschnittliche Notwendigkeit sich von den anderen abzuheben, unverwechselbar zu sein, scheint die Moderne zu prägen um im Nivellierungsprozess sein „Ich“ zu wahren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong><strong>Der Mensch als Eremit</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Doch dieses „Ich“ nimmt immer differenziertere Formen an. Auch Norbert Elias, der den Individualisierungsprozess als Zivilisierungsprozess beschreibt,  erkannte  die Bewusstseinsveränderung die der Prozess in den Individuen auslöste (vgl. Elias 1976). Die Individuen lösen sich los aus der „Wir“-Perspektive der traditionalen Gesellschaft, die mit lebenslänglicher Unablösbarkeit behaftet war. In der hoch industriellen und modernen Gesellschaft hingegen sieht Elias den Prozess zur „Ich“-Perspektive. Das Ausbilden der eigenen Fähigkeiten und der Wunsch nach dem  Alleinsein wachsen in der Moderne. Alles wird von den Individuen selbst, individuell reguliert, nicht nur das Denken und Handeln, sondern auch die Werte (vgl. Elias 1988). In seiner Untersuchung „Über die Einsamkeit der Sterbenden“ schreibt Elias (1986) wie sich die Individuen in der medizinisch hochentwickelten und domestizierten Welt unsterblich fühlen und selbst den eigenen, menschlichen Tod verdrängen. Die Individuen sehen sich als „Homo Clausus“: „Sein Kern, sein Wesen, sein eigentliches Selbst erscheint als etwas, das in seinem Inneren durch eine unsichtbare Mauer, von allem, was draußen ist, auch von allen anderen Menschen, abgeschlossen ist. Aber die Natur der Mauer selbst wird kaum je erwogen und nie recht erklärt. Ist der Leib das Gefäß, das in seinem Inneren das eigentliche Selbst verschlossen hält?“ (Elias: 1977: S.L.). Durch rein oberflächlich geführte Gespräche und die starke „Ich-Perspektive“ verliert sich der Bezug zu den anderen Individuen und das Gefühl allein mit seinen Gedanken und Ängsten zu sein wächst. Auch ein erhöhtes Peinlichkeits- und Schamgefühl verdeutlichen wie abgegrenzt wir uns von anderen Individuen sehen (vgl. Elias 1939: 397ff).</p>
<p style="text-align: justify;"> <strong>Individualität im „Web 2.0“</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Individualität der Individuen zeigt sich heute insbesondere im „Web 2.0“. Nirgends sonst hat man die Chance sich selbst pointierter und individueller darzustellen als in den neuen „sozialen Netzwerken“. Die einheitlichen Benutzeroberflächen sind mit Individualität zu füllen um in der Masse an Usern und „Freunden“  noch ein bisschen Persönlichkeit zu wahren. Die User der sozialen Netzwerke können darstellen wen sie möchten und dabei seine eigene Individualität ans äußerste treiben. Dabei dient das eigene Profil als absolutes Image, als Werbung in eigener Sache. Auch die geschaltete Werbung ist individuell auf jeden Nutzer abgestimmt. Füttert man sein Profil mit Interessen und Aktivitäten, wird die geschaltete Werbung mit Sicherheit darauf abgestimmt sein. Durch diese neuen Möglichkeiten wird Individualität auf eine neue Ebene gestellt. Dem Markt werden die individuellen Ansprüche und Wünsche des konsumierenden Individuums klar verdeutlicht und die Unternehmen müssen einfach nur noch reagieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nur ein Mantel der Individualität</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eine „Ich“-Perspektive kann nach Norbert Elias nur durch eine „Wir“-Perspektive entstehen. Eine generelle Tendenz zum Zusammenleben mit anderen Individuen bleibt gegeben, auch wenn in der modern geprägten Gesellschaft das Ich-Ideal zur Norm, zum hoch geschätzten Wert wird (vgl. Elias 1988). Denn wir wollen dazugehören, mit anderen Individuen Interessen verfolgen und darüber sprechen. Egal wie individuell wir uns geben und geben müssen, haben wir doch immer das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und Integration.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir finden logisch was andere tun und folgen den Modetrends aus der H&amp;M Werbung oder finden es wichtig eine Meinung zu Joachim Gauck als Bundespräsidenten zu haben, nicht weil wir uns kritisch damit auseinandergesetzt haben, sondern weil es unser Umfeld auch so tut und meint. Was uns gefällt, ahmen wir nach. Bereits als Baby wenn wir beispielsweise das gleiche Essen wollen, was auch die Erwachsen essen, oder wenn wir in die Schule kommen und die Kleidung der anderen Kinder „cooler“ finden als unsere Eigene. „In der Nachahmung trägt die Gruppe den Einzelnen, dem sie einfach die Formen seines Verhaltens überliefert und den sie so von der Qual der Wahl und von der individuellen Verantwortlichkeit für dieselbe befreit“ (Simmel, 1895: 2). Es ist einfacher, sich an anderen zu orientieren und verlang nicht viel Kreativität und Eigensinn. Laut Georg Simmel ist die Nachahmung eine Grundrichtung unseres Wesens, eine psychologische Vererbung, während alles Neue darüber hinaus die Variable bildet (ebd.).</p>
<p style="text-align: justify;">In unserer modernen Gesellschaft, wo Individualität fast ein sozialer Zwang ist scheint das Sprichwort „Tue das was die anderen tun, dann kannst du nie ganz falsch liegen“ doch einen entscheidenden Stellenwert zu haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literaturhinweise:</strong></p>
<ul>
<li>Elias, Norbert, 1988. Was ich unter Zivilisation verstehe.  Antwort auf Hans Peter Duerr in: Die Zeit Nr. 25: S. 8-37.</li>
<li>Elias, Norbert, 1989: Über den Prozess der Zivilisierung. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. 1. und 2. Band. Frankfurt am Main: Suhrkamp.</li>
<li>Elias, Norbert, 2001 (1985): Die Gesellschaft der Individuen in: Blomert et al.(Hg), Band 10, Norbert Elias. Gesammelte Schriften, Frankfurt am Main: Suhrkamp.</li>
<li> Elias, Norbert, 2002 (1985): Über die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen in:  Blomert et al.(Hg), Band 6, Norbert Elias. Gesammelte Schriften. Baden-Baden: Nomos.</li>
<li> Frisby, David P. und Otthein Rammstedt (Hg.), 1984: Georg Simmels Theorie der Moderne. S.9-79. Frankfurt am Main: Suhrkamp.</li>
<li> Rosa, Hartmut et al, 2007: Soziologische Theorien. Konstanz: UVK.</li>
<li>Simmel, Georg. 1905. „Philosophie der Mode“, in Reihe Moderne Zeitfragen. Hrsg. Hans Landsberg, No 11. o.J. Berlin: Pan-Verlag.</li>
<li> Simmel, Georg, 1992 (1908): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung in: David P. Frisby und Otthein Rammstedt (Hg), Georg Simmel. Gesamtausgabe. Frankfurt am Main: Suhrkamp.</li>
<li>Simmel, Georg, 2006 (1903): Großstädte und das Geistesleben. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Call4Papers für das ÖZS-Sonderheft zum Thema  „Potentiale einer pragmatistischen Sozialtheorie. Beiträge anlässlich des 150. Geburtstags von George Herbert Mead“</title>
		<link>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/08/call-mead/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 08:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Call4Papers]]></category>
		<category><![CDATA[George Herbert Mead]]></category>
		<category><![CDATA[Pragmatische Sozialtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Pragmatismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rezeptionsgeschichte des amerikanischen Pragmatismus weist markante Eigenheiten und Ambivalenzen auf. Dies trifft sowohl auf die Aufnahme im Mutterland, noch mehr aber auf die europäische Rezeption zu. Vorschnell wurde der Vorwurf erhoben, es würde sich beim Denken von Charles Sanders &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/08/call-mead/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Rezeptionsgeschichte des amerikanischen Pragmatismus weist markante Eigenheiten und Ambivalenzen auf. Dies trifft sowohl auf die Aufnahme im Mutterland, noch mehr aber auf die europäische Rezeption zu. Vorschnell wurde der Vorwurf erhoben, es würde sich beim Denken von Charles Sanders Peirce, William James, John Dewey oder George Herbert Mead um einen „logischen Utilitarismus“ handeln (Émile Durkheim); wahlweise konnte man den Pragmatismus als „Philosophie des Dollars“, als verdünnte amerikanische Nietzscherezeption (so wohl Georg Simmel) oder Reduktion der menschlichen Erkenntnis auf reines „Herrschaftswissen“ (Max Scheler) abtun. Nationale Stereotype, wissenschaftspolitische Abgrenzungen und der Hochmut der europäischen Philosophietradition ließen den Pragmatismus so als zwangsläufiges Ergebnis des amerikanischen Kapitalismus und seiner Oberflächlichkeit erscheinen. Interessante Übereinstimmungen (oder gar Einflüsse) – etwa zur Phänomenologie und Lebensphilosophie oder zur Philosophischen Anthropologie und Durkheim-Schule – wurden so unsichtbar.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese starken Verzerrungen früher Pragmatismusinterpretationen wären vor allem von wissenschaftshistorischem Interesse, würden sie nicht <em>noch heute</em> den oft paradoxen Charakter gerade der soziologischen Diskussion pragmatistischer Ansätze mitbestimmen. Auf der einen Seite wurden Autoren wie Mead oder Charles Horton Cooley seit den 1970ern zu unbestrittenen Mitgliedern des soziologischen Klassikerkanons. Vor allem die bedeutende Strömung des Symbolischen Interaktionismus berief sich teils emphatisch auf Mead und sicherte ihm so einen bleibenden Platz im soziologischen Bewusstsein. Auf der anderen Seite finden sich auch in heutigen Lehrbüchern der Soziologiegeschichte oder -theorie selten präzise Zusammenfassungen der Grundgedanken Meads oder Cooleys. Soziologischer und umgangssprachlicher Pragmatismus verschwimmen immer wieder, wenn den Autoren die Grundorientierung an „Verwertung und Nützlichkeit“ attestiert wird. Auch die „Renaissance“ des Pragmatismus ab Ende der 1970er Jahre – eng verbunden mit Richard Rortys großer Studie <em>Philosophy and the Mirror of Nature</em> – blieb weitestgehend auf die Philosophie beschränkt. Abgesehen von der bedeutenden Ausnahme von Jürgen Habermas blieb die Stellung des Pragmatismus in der Soziologie marginal.</p>
<p style="text-align: justify;">In den letzten Jahren mehren sich allerdings die Stimmen, die die „unerhörte Modernität des amerikanischen Pragmatismus“ (Hans Joas) betonen. Neben Versuchen, die pragmatistische Handlungstheorie systematisch weiterzuentwickeln (Joas), kommt es vermehrt zu intensiven Auseinandersetzungen mit anderen sozialtheoretischen Strängen – zurzeit etwa im Kontext praxistheoretischer Ansätze (Bourdieu, Thévenot, Latour etc.). Über die Fachgrenzen der Soziologie hinaus bieten sich Anschlüsse an aktuelle kognitionswissenschaftliche Ergebnisse wie die von Michael Tomasello an. Auch empirische Forschungen – wie beispielsweise die Wirtschaftssoziologie von Jens Beckert – bedienen sich vermehrt pragmatistischer Konzepte.</p>
<p style="text-align: justify;">Möglich werden diese hochaktuellen Anschlüsse maßgeblich durch den antidualistischen Grundimpuls des Pragmatismus, der auch zu einer starken Betonung der soziologischen Relevanz von Intersubjektivität, Körperlichkeit, Kreativität und Emotionen führt. Diese in der Soziologie lange vernachlässigten Themen nahmen im Pragmatismus von Beginn an einen zentralen Stellenwert ein. Entschlossener und detaillierter als die anderen Pragmatisten hat Mead diese antidualistische Stoßrichtung auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft übertragen. Das erklärt die besondere Relevanz seiner Arbeiten für die Soziologie, deren Theoriebildung seit ihrer Entstehung durch dualistische Auffassungen dieses Verhältnisses belastet ist. Mead formuliert eine Konzeption, nach der Menschen erst durch ihre vorgängige Einbettung in Sozialität zu selbstbewussten Individuen werden. Erst auf Grundlage dieses Prozesses entwickeln sie die Möglichkeit zur situierten Reflexion auf ihr eigenes Handeln und auf ihre Verflechtung in gesellschaftliche Beziehungen. Hierdurch wird es dann möglich, die neuartige Fähigkeit menschlicher Gruppen zu verstehen, ihr Zusammenleben reflexiv zu gestalten und angesichts permanent auftretender Probleme zu reorganisieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Anlässlich des 150. Geburtstags von George Herbert Mead im Jahr 2013 möchte die <em>Österreichische Zeitschrift für Soziologie</em> ein Sonderheft zur Erkundung der Potentiale einer pragmatistisch orientierten Sozial- und Gesellschaftstheorie, ihrer kreativen Fortsetzung und Weiterentwicklung herausbringen. Beiträge zu folgenden Themen sind von Interesse:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>­  - kritische Auseinandersetzungen mit den sozialphilosophischen Grundlagen des Pragmatismus,</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>­  - Analysen von Ansätzen zu einer pragmatistischen Sozial- und Gesellschaftstheorie (z.B. von       Herbert Blumer, Anselm Strauss, David R. Maines, Richard Bernstein, Hans Joas),</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>­  - Verbindungen zu aktuellen psychologischen, anthropologischen und kognitionswissenschaftlichen Forschungsergebnissen,</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>­  - pragmatistische Elemente in verschiedenen sozialtheoretischen Ansätzen, Verbindungen zu und Kontrastierungen mit aktuellen sozialtheoretischen Positionen und Debatten,</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>­  - empirische Sozialforschung und pragmatistische Wissenschaftstheorie,</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>­  - normative, gesellschaftsanalytische und sozialkritische Potentiale des Pragmatismus.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Herausgeber des ÖZS-Sonderheftes laden Autorinnen und Autoren ein, Artikel einzureichen, die sich kritisch mit dem pragmatistischen Denken in der Soziologie auseinandersetzen und/oder zu dessen weiteren Entwicklung einen Beitrag leisten. Insbesondere sind Beiträge willkommen, die einen Bezug zu Meads Sozialtheorie aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir bitten um die Einsendung eines Abstracts (300-500 Worte) für einen Beitrag (Umfang von etwa 55.000 Zeichen, incl. Leerzeichen) bis 18. Mai 2012. Bis 31. Mai 2012 werden wir ein Feedback hierzu geben. Deadline für die Abgabe der fertigen Beiträge ist der 30. November 2012. Die Artikel werden anonymisiert von zwei GutachterInnen gelesen und beurteilt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Abstracts senden Sie bitte an die beiden Herausgeber:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Frithjof Nungesser</strong>, Universität Graz und Max-Weber-Kolleg, Universität Erfurt: <a href="mailto:frithjof.nungesser@uni-graz.at">frithjof.nungesser@uni-graz.at</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Franz Ofner</strong>, Universität Klagenfurt: <a href="mailto:franz.ofner@chello.at">franz.ofner@chello.at</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>4. Studentische Soziologiekongress vom 04.-06.Oktober 2013 in Bamberg</title>
		<link>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/05/soziologiekongress2013/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 08:04:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>AK Soziologie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskreis Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bamberg]]></category>
		<category><![CDATA[SSK Bamberg 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Studentischer Soziologiekongress]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom AK Soziologie in Bamberg Das Warten hat ein Ende &#8211; zumindest von unserer Seite aus. Endlich  können wir  es  offiziell und  stolz verkünden:  Der 4. Studentische Soziologiekongress wird  vom 04. bis zum 06. Oktober 2013 in Bamberg stattfinden. Nach &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/05/soziologiekongress2013/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Vom AK Soziologie in Bamberg</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Warten hat ein Ende &#8211; zumindest von unserer Seite aus. Endlich  können wir  es  offiziell und  stolz verkünden:  Der 4. Studentische Soziologiekongress wird  vom 04. bis zum 06. Oktober 2013 in Bamberg stattfinden.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach Halle, München und Berlin jetzt Bamberg? Natürlich sind das große  Fußstapfen, die zu füllen sind. Das Organisationsteam des Arbeitskreis  Soziologie ist bereits seit einigen Wochen aktiv und hat die grundlegenden  Vorarbeiten bereits abgeschlossen.  Wie bereits bei den vorigen Kongressen soll auch in Bamberg über drei Tage  eine Diskussionsplattform für den issenschaftlichen Nachwuchs geboten und  der Austausch und die Vernetzung zwischen Studierenden verschiedener  Studienorte und -fächer gefördert werden. Der Kongress bietet so die  Möglichkeit viel Neues zu lernen, an eigenes Wissen und Erfahrungen  anzuknüpfen und im Austausch neue Perspektiven auf die Soziologie zu  erhalten.  Aber nicht nur das. Die Soziologie soll auch denen, die wenig damit zu tun  haben, nahe gebracht werden. Deshalb wird neben dem inhaltlichen Programm  ein Rahmen geplant, der sowohl den Teilnehmern einen Einblick in das Leben  und Arbeiten in der Weltkulturerbestadt gewähren soll als auch die  Öffentlichkeit über Soziologie informieren soll.  Wir am eher kleinen Standort Bamberg freuen uns auf die weiteren  Herausforderungen und darauf ein im ganzen deutschsprachigen Raum  wahrgenommenes Projekt durchzuführen. Unser Organisationsteam hat bis zum  Kongress noch viel zu tun. Deshalb freuen wir uns über jede Unterstützung im  Vorfeld sowie beim Kongress selbst.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Studentische Soziologiekongress 2013</strong></p>
<p style="text-align: justify;"> Der Studentische Soziologiekongress hat es sich zum Ziel gemacht, durch die  Möglichkeit zum fachlichen und persönlichen Austausch, wissenschaftlichen  Nachwuchs zu fördern. Dieser Fachkongress wird, als Ergänzung und im Wechsel  zum alle zwei Jahre stattfindenden Kongress der Deutschen Gesellschaft für  Soziologie, ehrenamtlich von Studierenden für Studierende organisiert. Er  soll eine Plattform sein, auf der geistes- und sozialwissenschaftliche  Arbeiten von Studierenden und jungen Absolventen präsentiert und diskutiert  werden können.  Die bisherigen Stationen waren Halle (2007), München (2009) und Berlin  (2011) und konnten bis zu 500 Teilnehmer anlocken. 2013 wird der 4.  Studentische Soziologiekongress in Bamberg stattfinden. Er wird von den  Mitgliedern des Arbeitskreises Soziologie ehrenamtlich organisiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Bamberger Arbeitskreis Soziologie</strong></p>
<p style="text-align: justify;"> Als unabhängige Hochschulgruppe hat sich der Arbeitskreis Soziologie  zu  Ziel gesetzt, die Studierenden des Fachs stärker miteinander zu vernetzen,  die Studienbedingungen zu verbessern und den Blick über den Tellerrand des  Lehrangebots zu ermöglichen.  Dazu wurden bisher Projekte wie Podiumsdiskussionen, Werkstatttreffen,  Studienfahrten und Vorträge zu verschiedenen Themen durchgeführt, aber auch  regelmäßige Veranstaltungen wie die S-Party und der Soziologenstammtisch  organisiert. Abgerundet wird der Tätigkeitsbereich durch Beratung für die  Mitglieder des Fachbereichs Soziologie und redaktionelle Arbeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gebrauchsanweisung für das Soziologiestudium: Einblicke in den Alltag des Soziologiestudiums</title>
		<link>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/01/soziologie-studieren/</link>
		<comments>http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/01/soziologie-studieren/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 May 2012 08:13:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenotizen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologiemagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[eBook]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologiestudium]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologiestudiums]]></category>

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		<description><![CDATA[Hiermit möchten wir auf die Gebrauchsanweisung &#8220;Einblicke in den Alltag des Soziologiestudiums&#8221; aufmerksam machen.  Zu finden ist diese zum Lesen und Download weiter unten sowie auf unserer Homepage unter der Rubrik &#8220;Links &#38; Tools&#8221;. Viele Studienratgeber wollen einem die positiven &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/05/01/soziologie-studieren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Hiermit möchten wir auf die Gebrauchsanweisung &#8220;Einblicke in den Alltag des Soziologiestudiums&#8221; aufmerksam machen.  Zu finden ist diese zum Lesen und Download weiter unten sowie auf unserer Homepage unter der Rubrik <a title="hier" href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/links/" target="_blank">&#8220;Links &amp; Tools&#8221;</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Studienratgeber wollen einem die positiven und meist sehr objektiv gehaltenen Aspekte eines Soziologiestudiums aufzeigen. Doch wenn man selbst niemanden kennt, der Erfahrungen mit einem Soziologiestudium hat, sind diese Informationen, oft nur bedingt hilfreich. Es fehlt einfach die persönliche Note, Erfahrungen von Studierenden, die den Ablauf und das wirkliche Studentenleben des Bachelorstudiums kennen und durchlebt haben. Diese persönliche Note bietet das Buch „Soziologie studieren“. Für all diejenigen, die noch nicht sicher sind, ob sie Soziologie studieren wollen aber auch für die, die ein Soziologiestudium bereits begonnen haben, bietet das Buch eine praxisnahe Gebrauchsanweisung über alle relevanten Themen des beliebten Studienfaches.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Buch wurde 2010 von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena und einem Erasmus-Studenten aus der Schweiz verfasst. Ziel war es, einen Ratgeber für Studierende zu schreiben, der praxisnah die Perspektive eines Soziologiestudiums aufzeigt und damit auch einen Einblick in den Alltag gibt. Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und bietet durch den chronologischen Aufbau zudem die Möglichkeit sich einzelne Fragen herauszupicken oder sich an den fett markierten Schlüsselbegriffen zu orientieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Buch beginnt mit einer Einleitung, in der die Autor_innen ihre Intention sowie kurz und prägnant die Hauptteile II-V vorstellen. Gut strukturiert geht es weiter, indem anhand eines systematischen Fragenkatalogs alle wesentlichen Bereiche des Soziologiestudiums thematisch erfasst werden.  Kapitel II behandelt das Thema „Warum Soziologie?“. Hier wird auf sehr persönlicher und individueller Weise erklärt, wie die Autor_innen zum Soziologiestudium kamen, aber auch was Soziologie als Studienfach überhaupt ist. Am Ende dieses Kapitels sind zudem Tipps zu finden, die Studieninteressierten helfen, für sich selbst die geeignete Uni zu finden. Wie sich der Alltag im Soziologiestudium gestaltet, also, das wichtigste zum Thema Modulkatalog, ECTS, Stundenplan und Prüfungsordnung wird im darauffolgenden Kapitel erklärt. Die Wichtigsten Fragen rund um Lehrformen, Arbeitsweisen und einige der angebotenen Fächer werden deutlich gemacht und auch das Thema „vom Bachelor zum Master“ wird am Ende des Kapitels aufgegriffen. Die wichtigsten Informationen rund um das Thema Auslandspraktikum werden in Kapitel IV beschrieben und das Für und Wider anhand persönlicher Erfahrungen der Autor_innen vertieft. Leser_innen erhalten darüber hinaus einen sehr guten Überblick darüber, wie sich Studierende schon während seines Studiums in studentischen Gremien und Instituten wissenschaftlich engagieren können und was die Vor- und Nachteile von studentischen Hilfskraftstellen sind. Am Ende des Buches werden die beruflichen Aspekte und die damit verbundenen Zukunftschancen nach einem Soziologiestudium dargestellt und einige Literaturtipps und Links für den erfolgreichen Start ins Soziologiestudium angegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch eine hilfreiche und alltagsnahe Gebrauchsanleitung ist um einen schnellen und guten Überblick über das Bachelorstudienfach Soziologie zu bekommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sina Knoll</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>für die Redaktion des soziologiemagazin e. V.</strong></p>
<div style="text-align: justify;">
<p><object style="width: 690px; height: 526px;" width="320" height="240" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" /><param name="flashvars" value="mode=mini&amp;embedBackground=%23fffaff&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=120411232450-0337a71db17c4460a83d29b4eb4f19c0" /><embed style="width: 690px; height: 526px;" width="320" height="240" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" allowfullscreen="true" menu="false" wmode="transparent" flashvars="mode=mini&amp;embedBackground=%23fffaff&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=120411232450-0337a71db17c4460a83d29b4eb4f19c0" /></object></p>
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		<title>Bildung und Gerechtigkeit in Österreich aus der Sicht der ÖH – Österreichische HochschülerInnenschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 12:23:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Fürlinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Österreichische HochschülerInnenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[„Allgemeine Schulpflicht. Unentgeltlicher Unterricht.“ Die erste existiert in Deutschland, das zweite in der Schweiz [und] den Vereinigten Staaten für Volksschulen. Wenn in einigen Staaten der letzteren auch „höhere“ Unterrichtsanstalten „unentgeltlich“ sind, so heißt das faktisch nur, den höheren Klassen ihre &#8230; <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2012/04/27/bildung-gerechtigkeit-in-osterreich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>„Allgemeine Schulpflicht. Unentgeltlicher Unterricht.“ Die erste existiert in Deutschland, das zweite in der Schweiz [und] den Vereinigten Staaten für Volksschulen. Wenn in einigen Staaten der letzteren auch „höhere“ Unterrichtsanstalten „unentgeltlich“ sind, so heißt das faktisch nur, den höheren Klassen ihre Erziehungskosten aus dem allgemeinen Steuersäckel bestreiten. </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, 1875 (Marx/Engels 1973: 30)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Wird in einer Diskussion die Frage nach Gerechtigkeit im Bildungssystem aufgebracht, kreist das anschließende Gespräch, zumindest seit 2001 – dem Jahr der Einführung von Studienbeiträgen in Österreich – sehr schnell um Studiengebühren. Und ebenso schnell erübrigt sich diese Diskussion auch wieder, denn die Argumente sind klar: Linke finden Studiengebühren sozial selektiv und ungerecht, während Konservative privaten Mitteln im Hochschulsystem hohe Bedeutung beimessen – die hohen Studierendenzahlen gefährden die Finanzierung von Universitäten. Manchmal wird dabei sogar Karl Marx zitiert – der Verzicht auf Studiengebühren wäre sozial ungerecht.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Frage von Bildung und Gerechtigkeit ist jedoch nicht in einer Diskussion pro und contra Studiengebühren abzuhandeln. Der Zugang zu Bildung beginnt nicht an der Universität und das größte Hindernis, an einer Hochschule zu studieren, stellen nicht Studiengebühren dar. Sie mögen schmerzlich sein, doch die wirklichen Barrieren werden in frühester Kindheit aufgebaut. Und an dieser Stelle muss auch die Diskussion ansetzen, ob Österreich über ein gerechtes oder ungerechtes Bildungssystem verfügt.</p>
<p style="text-align: justify;">In Österreich wird die erste, mehr oder minder bewusste Entscheidung über den weiteren Bildungsverlauf bereits im Alter von etwa 10 Jahren, d.h. am Ende der Volksschulzeit getroffen. Zu diesem Zeitpunkt können sich Eltern für ihre Kinder zwischen Hauptschule, der Unterstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule (Gymnasium, kurz AHS) oder, seit 2008 als Schulversuch, der Gesamtschule entscheiden. Allen angeführten Schultypen gemein ist die Dauer von vier Jahren und die theoretische Umstiegsmöglichkeit nach Absolvierung in eine der höheren Schulen. Die Unterschiede offenbaren sich aber durch die üblichen Bildungskarrieren, die aus der Entscheidung für eine Schule resultieren. Im dritten, spätestens vierten Jahr der Grundschule fällt also bereits die grundlegende Entscheidung der Eltern, ihrem Kind den Weg an die Universität zu ebnen. Durch den Besuch eines Gymnasiums wird die statistische Chance auf Absolvierung einer Hochschule massiv erhöht, wie die 2010 veröffentlichte Studierenden-Sozialerhebung 2009 zeigt: 62 Prozent der Studierenden besuchten eine AHS.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf 500 Seiten versucht der Bericht zur sozialen Lage der Studierenden (Unger et al. 2010) des Instituts für höhere Studien in Wien Auskunft über ein möglichst breites Feld an Fragen zu der aktuellen (sozialen) Situation von Studierenden zu geben. In diesem Bericht kann, neben einer Vielzahl anderer Fakten, auch der typische Bildungsverlauf von Studierenden sowie der Einfluss des Bildungsgrads der Eltern auf die Entscheidung, ein Studium zu absolvieren, verfolgt werden. So haben laut der Erhebung 61,9% der 2009 in Bachelor- oder Diplomstudien inskribierten Studierenden in Österreich die AHS-Unterstufe und 44,4% die AHS-Oberstufe absolviert. Lediglich 35,5% besuchten eine Hauptschule. Von 25,1% aller Studierenden hat zumindest ein Elternteil einen Hochschulabschluss.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn 62% der Studierenden eine AHS-Unterstufe absolviert haben, aber, laut Statistik Austria, im Schuljahr 2000/01 in Österreich 106 925 Schülerinnen und Schüler gerade die AHS-Unterstufe und 263 546 Schülerinnen und Schüler eine Hauptschule besuchten (Statistik Austria 2011), ist zwar auf den ersten Blick eine Schieflage erkennbar, in der Folge scheint diese Statistik allerdings durchaus gerechtfertigt. In Österreich ist eine „angemessene Differenzierung“ in der Sekundärstufe vorgesehen. Die „begabten“ Kinder dürfen ein Gymnasium besuchen, der Rest wird in die praxisorientierte Hauptschule überstellt und entscheidet sich anschließend entweder für eine Lehre oder eine Berufsbildende Höhere Schule.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Voraussetzung für den Besuch des Gymnasiums ist klar: Laut den Internetseiten des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur darf im Abschlusszeugnis der Grundschule keine Note schlechter als „Gut“ sein. Sollte doch eine schlechtere Note dabei sein, kann die Grundschule eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums aussprechen oder aber die Eltern fordern eine Aufnahmeprüfung. (Vgl. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur 2011) Insofern wird die Chance auf Einstieg und Absolvierung eines Gymnasiums nicht ausschließlich von den Fähigkeiten des Kindes, sondern ebenso vom familiären Background bestimmt. Volker Müller-Benedict kommt im Artikel „Wodurch kann die soziale Ungleichheit des Schulerfolgs am stärksten verringert werden?“ bereits in der Einleitung zum Schluss, dass „die soziale Ungleichheit des Schulerfolgs darin besteht, dass die Kinder der unteren sozialen Schichten weniger höhere Bildungsabschlüsse machen, als es ihrem Leistungspotenzial entspricht.“ (Müller-Benedict 2007: 615)</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn die Schlagworte Bildung und Gerechtigkeit diskutiert werden sollen, handelt es sich also wohl eher um ein Problem der Ungleichheit sozialer Schichten im Bildungssystem – und dieses zieht sich vom Kindergarten bis in die Universität. Das Wirken der Ungleichheit unterteilt Müller-Benedict in primäre und sekundäre Effekte auf den Schulerfolg und sie sind im Wesentlichen auf vier Punkte zurückzuführen: Zum einen bevorzugt das Schulsystem Kinder bestimmter sozialer Herkunft aufgrund von Kommunikationsform und Bildungsinhalte, zum anderen bestehen Unterschiede in der Bildungsaspiration unterschiedlicher Schichten, in denen sich Eltern mehr oder weniger für den Schulerfolg ihrer Kinder einsetzen. Zum Dritten verfügen höhere soziale Schichten über höheres ökonomisches Potenzial. Die Kosten, die durch Bildung verursacht werden, wiegen schwerer, je niedriger die Schicht ist, der das Kind angehört. Als vierten Punkt führt Müller-Benedict besonders familiäre Bemühungen an, die sich nicht unmittelbar auf die schulischen Leistungen selbst richten, sondern darauf, das Leistungspotenzial des eigenen Kindes erneut beurteilen zu lassen. Als Beispiele führt Müller-Benedict dazu Gespräche mit den Lehrern und Engagement für die Schule an oder aber auch die Entscheidung, die Bildungslaufbahn zu verändern oder zu beenden. (Ebd.: 616ff.)</p>
<p style="text-align: justify;">Auf Österreich umgelegt würden die Ergebnisse von Müller-Benedict bedeuten, dass aufgrund der unterschiedlichen Startbedingungen durch das Elternhaus bereits bei der frühen Differenzierung in Gymnasium und Hauptschule Fehler bei der Einschätzung des Leistungspotenzials zu Ungunsten der Kinder geschehen, die, wie die Statistiken im Studierenden-Sozialbericht (Unger et al.: 2010) zeigen, den weiteren Bildungsverlauf und daher den Zugang zu späterer universitärer Bildung stark beeinflussen. Solange also keine absolut gerechte und objektive Differenzierung aufgrund des Leistungspotenzials von Zehnjährigen möglich ist, muss wohl angenommen werden, dass in Österreich zwar eine große Zustimmung zum aktuellen Schulsystem herrscht, dieses System aber Ungerechtigkeit erzeugt und ebenso unmittelbar wie unbemerkt auf die Lebensrealität der Betroffenen wirkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Und dann wären da noch die Studiengebühren. Ob man diese nun als „gerecht“ oder „ungerecht“ betrachtet, ist, denkt man an die hohe Selektion, der Schulkinder während ihrer Bildungslaufbahn ausgesetzt sind, eigentlich schon fast egal. Für die Interessenvertretung der Studierenden in Österreich, die HochschülerInnenschaft, bedeutet das aber auch, über den Tellerrand der Universität hinausblicken zu müssen. Es gilt, sich nicht nur für jene einzusetzen, die studieren möchten, aber aufgrund finanzieller Hürden scheitern, sondern sich des Mandats anzunehmen und durch politische Intervention auch für jene zukünftigen Studierenden einzutreten, die derzeit nicht studieren möchten, weil diese Perspektive durch das Schulsystem verwehrt bleibt. Nicht alle Menschen müssen studieren, aber jede/r Jugendliche in Österreich sollte sich der Frage stellen können, ob ein Studium ein Ziel darstellen kann oder ob ein anderer Ausbildungsweg eingeschlagen werden soll.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Literaturverzeichnis:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (2011): Allgemeinbildende höhere Schulen. Online unter: <a href="http://www.bmukk.gv.at/schulen/bw/abs/ahs.xml">http://www.bmukk.gv.at/schulen/bw/abs/ahs.xml</a> (28.10.2011).</p>
<p style="text-align: justify;">Marx, Karl (1973) [1962]: Kritik des Gothaer Programms. In: Marx, Karl/Engels, Friedrich: Werke. Band 19, 4. unverändert. Aufl.. Berlin: Karl Dietz Verlag, S. 13-32. Online unter: <a href="http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm">http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm</a> (22.03.2012)</p>
<p style="text-align: justify;">Müller-Benedict, Volker (2007): Wodurch kann die soziale Ungleichheit des Schulerfolgs am stärksten verringert werden?. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jg. 59, Heft 4, S. 615-639.</p>
<p style="text-align: left;">Statistik Austria (2011): Schülerinnen und Schüler an öffentlichen und privaten Schulen 1923/24 bis 2009/10. Online unter: <a href="http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bildung_und_kultur/formales_bildungswesen/schulen_schulbesuch/index.html">http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bildung_und_kultur/formales_bildungswesen/schulen_schulbesuch/index.html</a> (28.10.2011).</p>
<p style="text-align: justify;">Unger, Martin/Grabher, Angelika et al. (2010): Studiensituation 2009. Zusatzbericht zur Studierenden-Sozialerhebung 2009. Wien: Equi &#8211; Institut für höhere Studien.</p>
<p style="text-align: justify;">Unger, Martin/Zaussinger, Sarah et al. (2010): Studierenden-Sozialerhebung 2009. Bericht zur sozialen Lage der Studierenden. Wien: Equi &#8211; Institut für Höhere Studien. Online unter: <a href="http://www.sozialerhebung.at">http://www.sozialerhebung.at</a> (22.03.2012).</p>
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		<title>Soziologiemagazin: Call4Papers zum Thema “Wirtschaft – Arbeit – Märkte” nur noch bis zum 01.06.2012!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 08:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die Redaktion</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Unsere nächste Ausgabe möchte sich mit dem Thema &#8220;Wirtschaft &#8211; Arbeit -Märkte. Der &#8216;Unternehmer als schöpferischer Zerstörer&#8217;?&#8221; beschäftigen und erscheint im Oktober 2012. Bis zum 01.06.2012 rufen wir Studierende und Promovierende auf, uns ihre wissenschaftlichen Artikel zu schicken. Auch für unsere Rubrik &#8220;Teilnehmende Beobachtungen&#8221; nehmen wir gern Rezensionen, Tagungsberichte, Interviews oder dergleichen entgegen. Weitere Informationen sowie unsere &#8220;<a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/Hinweise-für-Autor_innen.pdf">Hinweise für Autor_innen</a>&#8221; findet ihr im Menüpunkt &#8220;<a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/calls/">Call4Papers&#8221;.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/Call4Papers-Heft6-Wirtschaft-–-Arbeit-–-Märkte.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1761" title="Call4Papers Heft#6 Wirtschaft – Arbeit – Märkte" src="http://www.soziologiemagazin.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/Call4Papers-Heft6-Wirtschaft-–-Arbeit-–-Märkte.png" alt="" width="625" height="886" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Der Call4Papers zum Download: <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/Call4Papers-Heft6-Wirtschaft-–-Arbeit-–-Märkte.pdf">Call4Papers &#8220;Wirtschaft – Arbeit – Märkte</a>&#8221; (PDF)</p>
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